Trek de Santa Cruz – 4 Tage Wandern in der Cordillera Blanca

Zum Abschluss meiner Zeit in Peru habe ich mir ein ganz besonderes Abenteuer aufgehoben: den Trek de Santa Cruz in der Cordillera Blanca, einem gewaltigen Bergzug der Anden mit mehreren über 6.000 m hohen Bergen, darunter dem höchsten Berg Perus Huascarán (6.768 m) und dem Namensgeber des Treks Santa Cruz (6.240 m).

Schon die Anfahrt zum Startpunkt der Route war spektakulär

Als am ersten Tag um 05:30 Uhr mein Wecker klingelte, war ich so aufgeregt wie seit Jahren nicht mehr, aber meine Abenteurlust hat sich ausgezahlt, denn ich sollte mit den spektakulärsten Ausblicken und wunderschönen Naturerfahrungen belohnt werden.

Das Wetter war von Beginn an viel besser als erwartet, denn ich hatte diverse Schauergeschichten von wolkenverhangenen Bergen, Dauerregen, Schnee und Eiseskälte gehört. Aber die Sonne wärmte kräftig und so konnten meine Fleece-Sachen erst einmal im Rucksack bleiben.

Unsere Trekking-Gruppe bestaunt die Kulisse

Da ich den Trek über eine Agentur gebucht hatte, war ich in einer Gruppe mit 10 anderen Wanderbegeisterten unterwegs und hatte viel Glück, denn wir waren eine junge, nett gemischte und sehr inetrnationale Gruppe. Das Camping-Equipment und die Verpflegung transportierte eine Gruppe Esel für uns von Camp zu Camp, sodass wir selbst nicht zu schwer beladen waren.

Am ersten Tag mussten wir nach der langen Anfahrt keine so weite Strecke mehr zurücklegen. Durch ein grünes Tal ging es leicht bergauf, vorbei an kleinen Siedlungen, Wasserläufen und Schafen zu unserem ersten Camp zu Fuße der schneebedeckten Berge.

Der Blick aus dem Zelt am nächsten Morgen um 06:00 Uhr in Camp 1
Tag 2: auf dem Weg zum Pass. Wer findet mich im Bild? ;)

Der zweite Tag sollte der anspruchsvollste sein. Über teils matschige Wege ging es tiefer ins Tal hinein und wir kämpften uns Stück für Stück aufwärts in Richtung Punta Union Pass (4.750 m). Die dünne Luft in der Höhe machte sich bemerkbar, und ich musste unglaublich langsam gehen, aber oben angekommen belohnte uns die Sonne, schob die Wolken beseite und ließ die beeindruckende Bergkulisse vor unseren beigeisterten Augen erstrahlen.

Der Pass Punta Union auf 4.750 m Höhe ist der höchste Punkt des Treks
Die Aussicht am Pass auf die Berge und Lagunen war atemberaubend

Zur einen Seite bot sich die Aussicht auf schneebedeckte Berge und Lagunen, zur anderen Seite überblickten wir das Tal aus dem wir gekommen waren.

Das Tal, aus dem wir zum Pass aufgestiegen waren
Die vorbeiziehenden Wolken gaben immer wieder den Blick frei
Einer der vielen Sechstausender in der Cordillera Blanca

Nach einigen Höhenmetern Abstieg ins Tal erreichten wir unser zweites Camp. Direkt an einem kleinen Fluss gelegen, eingerahmt von grünen Wiesen und schneebedeckten Gipfeln war es für mich das schönste Camp des Treks.
Nach dem Mittagessen, das wir in der Sonne genießen konnten, machte sich dann doch noch die Höhe bei mir bemerkbar und ich legte mich mit starken Kopfschmerzen in mein Zelt, um mich auszuruhen. Zum Glück ging es mir am Abend schon wieder gut und so konnte ich in der Dämmerung noch ein paar Fotos machen.

Ankunft in Camp 2: für mich das schönste des Treks
Die Dämmerung senkt sich über das Tal und unser Camp
Nachts bestaunen wir den wunderschönen Sternenhimmel über der Bergkulisse

Während des Abendessens zogen Wolken ins Tal, doch später klarte der Himmel wieder fast völlig auf. Wir sahen die Milchstraße, das Kreuz des Südens (das nur auf der Südhalbkugel zu sehen ist), Orion und viele, viele weitere unbekannte Sterne.

Am frühen Morgen - 06:00 Uhr "Zeit zum Aufstehen!" - war der Himmel noch immer klar. Die Sonne kletterte aufwärts wie wir am Tag zuvor und ließ die schneebedeckten Gipfel leuchten.

Am Morgen fielen die ersten Sonnenstrahlen auf schneebedeckte Gipfel

Auch an Tag 3 hatten wir wieder richtig Glück mit dem Wetter, sodass wir noch einen Abstecher in ein Seitental zu einer versteckt gelegenen Lagune machen konnten. Schon der Weg dorthin war sehr schön, vorbei an grünen Wiesen mit grasenden Pferden, über einen Wasserlauf und immer die hohen Gipfel am Horizont im Blick.

Immer wieder kommen wir an wild lebenden Pferden oder Kühen vorbei
Anfang Mai gibt es in den Anden viele wunderschöne Blumen
An der Lagune Arhuaycocha auf 4.420 m über dem Meeresspiegel

Schon verwöhnt von traumhaften Anblicken setzte diese Lagune noch einmal eins drauf. Anders als an der bekannten Laguna 69 war hier kein Mensch. Vollkommene Ruhe, türkisblaues Wasser, der 5.947 m hohe Alpamayo und ein gewaltiger Gletscher im Hintergrund - einen besseren Ort für eine erste Snack-Pause hätte es nicht geben können.

Auf dem Rückweg gaben die Wolken dann auch endlich den berühmten Paramount Pictures-Berg frei, der in Wirklichkeit natürlich einen anderen Namen trägt.

Der berühmte "Paramount Pictures" Berg

Auf dem weiteren Weg zu unserem letzten Camp fanden wir uns dann in einer völlig anderen Landschaft wieder und durchquerten ein sandiges Tal voller Blumen und Sträucher.

Durch das sandige Tal ging es zum Camp 3 "Llamacoral"
Diese Kühe führen noch ein richtig glückliches Leben :)

Wieder kamen wir an einer Lagune und mehreren kleinen Wasserläufen vorbei. Die Unberührtheit und Vielfalt der Natur löste in mir ein schönes Gefühl von Frieden und Ehrfurcht aus.

Am letzten Tag ging es dann nur noch bergab, zunächst nur leicht entlang des wunderschönen Flusstals und später steiler, vorbei an kleinen Wasserfällen bis wir schließlich das Dorf Cashapampa erreichten.

Immer wieder begegneten wir Knochen und Skeletten von Tieren

Es waren wunderschöne vier Tage, die mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden. Nach drei Nächten im Zelt war ich dann allerdings sehr froh, wieder in einem richtigen Bett zu schlafen! ;)

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