Meine erste Woche in Peru: die weiße Stadt Arequipa und der Colca Canyon

Nach knapp 4 Monaten in Nicaragua bin ich jetzt in Peru angekommen, wo ich die zweite Hälfte meiner Lateinamerika-Zeit verbringe. Schon vom Flugzeug aus boten sich beeindruckende Blicke auf die Andenlandschaft, karge Gebirgszüge soweit das Auge reicht, eine völlig andere Welt, die sich da vor mir auftat.


Die Plaza de armas mit der Kathedrale sind echt schön und die Stadt ist sehr sauber und auch die Luft richtig frisch im Vergleich zu allen Städten Nicaraguas! Habe mir dann den Mercado San Camilo angesehen, auf dem in einer großen Halle von natürlichen Heilmitteln über Nüsse, Blumen, Käse, Fleisch, Obst, Gemüse und Kleidung alles in bunter Fülle verkauft wird. Bei den Nüssen und Früchten musste ich natürlich sofort zuschlagen. ;)

Viele einheimische Frauen tragen bunte Röcke und Tücher und an jeder Straßenecke werden Decken, Mützen und Pullover in allen Farben und Mustern verkauft. Wäre mein Rucksack nicht schon so voll, hätte ich wohl kaum widerstehen können.

Nach zwei Tagen Stadterkundung bin ich dann gleich spontan mit zwei anderen Reisenden zum Cañon de Colca aufgebrochen, dem tiefsten Canyon der Welt.
Weil wir nicht eine der vielen Touri-Touren mitmachen wollten, bei denen man nur von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gefahren wird, haben wir uns für ein 2-einhalb-Tagestrekking auf eigene Faust entschieden. Und das hat sich so richtig gelohnt!

Schon die Busfahrt zu unserem Ausgangsort Cabanaconde war absolut spektakulär! Auf gewundenen Straßen ging es bis auf über 4000 m Höhe vorbei an schneebedeckten Bergen, Vicuñas (eine Art Alpaca), schroffen Felsformationen und steilen Abhängen. Unten im Canyon war es dann schön grün und vorbei an kleinen Dörfern bekamen wir schon einen richtig guten Überblick über diese beeindruckende Landschaft.

Am nächsten Tag ging das Abenteuer dann erst so richtig los: In 2 Tagen wollten wir die gut 1000 Höhenmeter in den Canyon hinabsteigen, auf der anderen Seite einige Dörfer passieren und schließlich den steilen Weg wieder hinauf zum Ausgangsdorf erklimmen. Schon vom Ausgangspunkt bot sich der Blick in die tiefe Schlucht und über die schmalen Pfade. Zu Beginn war es noch kühl, aber schon nach kurzer Zeit wärmte die Sonne und das grüne Tal mit dem Colca Fluss leuchtete verlockend.

Von der anderen Seite schien es fast unglaublich, dass wir diesen steilen Abhang hinunter gewandert waren - und am nächsten Tag wieder hinaufsteigen würden.
Wir begegneten kaum Menschen und konnten die friedliche, unberührte Natur in aller Ruhe genießen.
Am Ende des Tages kamen wir in der sogenannten Oase Sangalle an, die von oben durch das viele grün und die kleinen Pools, die zu jedem Hotel gehören wirklich wie eine Oase aussieht. Nach all den zurückgelegten Kilometern fühlten sich ein paar Schwimmzüge richtig gut an!

Mit diesem wunderschönen Abendrot ging der Tag für uns früh zu Ende, denn am nächsten Morgen wollten wir pünktlich zum einsetzenden Tageslicht um 5:30 Uhr los, um rechtzeitig unseren Bus zurück zu erreichen.
Die Ruhe am Morgen ist für mich immer wieder magisch und das frühe Aufstehen wert, um das langsame Erwachen eines neuen Tages zu erleben. Je höher wir kamen, umso mehr näherten wir uns den im Tal hängenden Wolken. Wieder begegneten wir kaum jemandem, lediglich ein paar Einheimische überholten uns mit ihren Maultieren.

Nach gut drei anstrengenden Stunden Aufstieg kamen wir endlich oben an. Erleichtert, müde, stolz und glücklich, diese spektakuläre Tour gemeistert zu haben.
Für mich war es die beeindruckendste Landschaft in der ich je wandert bin und auch wenn ich danach erst einmal zwei Erholungstage brauchte, bin ich sehr froh über diese Erfahrung!

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