Die Anden-Stadt Cusco, das Heilige Tal der Inka und das sagenumwobene Machu Picchu

Fast zwei Wochen habe ich insgesamt in der Gegend von Cusco verbracht, zu der auch das Heilige Tal der Inka mit der weltberühmten Inka-Stätte Machu Picchu zählt.
Riesige Terrassenanlagen, schmale Gassen, bunte Märkte und April-Wetter vom Feinsten haben die Zeit verfliegen und mich viele wunderbare Eindrücke sammeln lassen.

Eine Gasse im Andendorf Pisac im Heiligen Tal

Obwohl dies die meistbesuchte Gegend Perus ist und es vor allem in Cusco deutlich touristischer zugeht als in anderen peruanischen Städten, habe ich meine Tage dort sehr genossen. Die andine Kultur mit ihren bunten Stoffen, riesigen Märkten und wunderschönen Landschaften hat mich fasziniert und zurecht für einige Zeit gefangen genommen.

Brunnen auf der Plaza de armas in Cusco
Schmale Gasse in Cuscos Künstlerviertel San Blas

Cusco hat mir vom ersten Augenblick an gut gefallen und so fiel es mir nicht schwer, erst einmal drei Tage zum Akklimatisieren an die Höhe (auf 3400 m) in der Stadt zu verbringen. Das Künstlerviertel San Blas hat mich an meine Zeit im spanischen Granada erinnert, nur dass die vielen Läden hier statt arabischen Souvenirs die typisch peruanischen Decken, Alpaka-Pullis und Armbänder verkaufen.
Besonders fasziniert hat mich, wie die einheimischen Frauen ihre Kinder in Decken auf dem Rücken tragen. ;)

Auf dem Mercado San Pedro in Cusco

Wie immer haben es mir auch die bunten Märkte hier sehr angetan. Dort wird nicht nur Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch und Fisch, sondern auch Blumen, Kleidung und alles Mögliche andere verkauft. Dazwischen gibt es reihenweise Stände, wo frische Fruchtsäfte zubereitet werden und wo man sehr günstig und lecker essen kann.
Die Peruaner sitzen oft schon zum Frühstück auf einer der Bänke, um ihre Nudelsuppe zu genießen. Ich habe mit den herzhaften Mahlzeiten allerdings lieber bis zum Mittag gewartet. ;-)

Peruaner beim Frühstück: Nudelsuppe

Von Cusco bin ich dann weiter ins Heilige Tal der Inka gefahren, um dort verschiedene Dörfer und ihre zahlreichen archäologischen Stätten zu besuchen.
Meine erste Station war Pisac, wo ich genau rechtzeitig zum wöchentlichen Sonntagsmarkt kam, auf dem neben wunderschönen Stoffen in allen Farben auch Obst und Gemüse verkauft wurde.

Sonntagsmarkt in Pisac
Zwei ältere Frauen mit der peruanischen Alternative zum Rucksack

Bevor ich jedoch (entgegen meiner Vorsätze) meinen eigentlich schon vollen Rucksack mit traditionellen Stoffdecken belud, ging es den steilen Pfad und viele Stufen hinauf zu der großen und sehr beeindruckenden Ruinenanlage oberhalb des Dorfes.

Inka-Ruinen von Pisac
Riesige Terrassenanlage bei Pisac

Gut drei Stunden bin ich herumgelaufen bis ich alles besichtigt hatte und war überwältigt von der Aussicht auf die umliegenden Berge, das Tal und den Fleiß der Inka, riesige Steine an die steilsten Hänge und höchsten Punkte zu bewegen, um ihre Häuser zu bauen.

Von Pisac aus ging es dann gleich weiter ins Tal hinein nach Ollantaytambo, wo die nächsten Inka-Stätten auf mich warteten. Das Dorf selbst ist sehr schön, eingerahmt vom Urubamba-Fluss und den Bergen, auf denen die mystischen Ruinen thronen.

Schmale Gasse in Ollantaytambo

Einem sehr netten Colectivo-Fahrer, den ich mit meinem zunehmenden Verhandlungsgeschick überreden konnte, mich von Maras nach Moray und zurückzufahren, habe ich es zu verdanken, dass ich am nächsten Tag  gleich drei weitere Sehenswürdigkeiten des Heiligen Tages besuchen konnte: die kreisförmige Terrassenanlage Moray, die Salzterrassen von Maras und die Ruinen direkt in Ollantaytambo selbst.

Kreisförmige Terrassenanlage Moray

Die runden Terrassenanlagen von Moray dienten den Inka zum Experimentieren mit dem unterschiedlichen Mikroklima auf den einzelnen Terrassen, um herauszufinden, welche Sorten in welcher Höhenlage am besten wachsen.

Nachdem das Colectivo mich am Abzweig zum Weg zu den Salzterrassen abgesetzt hatte, ging es dann zu Fuß weiter, bei Sonnenschein zwischen Feldern voller Blumen und den in der Ferne zwischen den Wolken hervorblitzenden Bergen.

Kleine Wanderung von Moray nach Maras
Salzterrassen von Maras

Die Salzterrassen von Maras waren viel größer als erwartet und zogen sich tief ins Tal hinein.
Sie werden noch immer zur Salzgewinnung genutzt und ich konnte einige Arbeiter beim "Ernten" beobachten. Das Wasser, dass über kleine Kanäle in die Abteile fließt ist erstaunlich warm und - Überraschung - salzig! ;-)

Von den Salzterrassen führt der Weg weiter hinab ins Tal und zurück an die Hauptstraße, an der ich in ein Colectivo zurück nach Ollantaytambo steigen konnte.
Dort angekommen war es erst einmal Zeit für eine kleine Mittagspause, um meine Energiereserven wieder aufzufüllen. Während ich von meiner Bank aus das Treiben auf der Plaza de armes (so heißt übrigens in jedem Ort Perus der Hauptplatz) beobachtete, ließ ich mir einen der typischsten peruanischen Snacks schmecken: Choclo con queso (Maiskolben mit Käse).

Peruanischer Snack: Choclo con queso (Maiskolben mit Käse)
Alte Speichergebäude der Inka bei Ollantaytambo
Oberhalb von Ollantaytambo

Am Nachmittag blieb mir dann noch Zeit die Ruinen von Ollantaytambo zu besuchen. Auf einer Seite des Dorfes liegen die alten Speichergebäude strategisch am steilen, windzugewandten Hang. Auf der anderen Seite befinden sich die Terrassenanlagen, Inka-Tempel und Wohngebäude.

Am folgenden Tag ging die Reise dann noch tiefer hinein ins Tal und mein abenteuerlicher Weg nach Machu Picchu begann. Ich hätte auch die geruhsame Anreise mit dem Zug wählen können, aber das hätte mich ein kleines Vermögen gekostet und wäre mit Sicherheit keine so spannende Geschichte geworden! ;)
Der Low-budget-Weg führte mich nach Hidroeléctricta, von wo aus ich mit vielen anderen Abenteuer-Reisenden im anhaltenden Regen zu Fuß die letzten 12 km entlang der Bahngleise zurücklegte.

Entlang der Bahngleise von Hidroeléctrica nach Auges Calientes

Als uns kurz vor dem Ziel der hupende Zug einholte, erschreckten wir uns fast zu Tode, aber bei dessen langsamem Tempo hatten wir zum Glück genug Zeit, uns in Sicherheit zu bringen.
Aguas Calientes selbst ist vollgestopft mit Unterkünften für die Massen an Touristen, die sich hier sammeln, um die bekannteste aller Inka-Stätten zu besuchen. Ich war nicht böse darum, dort nur noch den Abend und eine kurze Nacht verbringen zu dürfen, bevor am nächsten Morgen um 5 Uhr (oder sollte ich sagen in der Nacht?!) der Wecker klingelte und ich  - wieder in Gesellschaft der Abenteuer-Gruppe - den  anstrengenden Aufstieg über viele Treppen antrat, um pünktlich zur Öffnung der Tore von Machu Picchu oben zu sein.

Was soll ich sagen, trotz all meiner Skepsis gegenüber diesem überlaufenen Ort, trotz all der zuvor gesehenen Fotos hat sich der steinige Weg und das frühe Aufstehen wirklich gelohnt!
Die Wolken zogen auf und gaben den Blick auf dieses majestätische Meisterwerk des Inka-Imperiums frei, umgeben von grünen Bergen und dem rauschenden Fluss unten im Tal.

Machu Picchu um 06:30 Uhr morgens, vor der Ankunft der Touristenmassen

Knapp 5 Stunden hatte ich Zeit, die Anlage in Ruhe zu erkunden. Das mag sich viel anhören, aber man legt einige Kilometer zurück auf den Wegen und die Zeit verging wie im Flug.

Gegen 11 Uhr musste ich dann den Rückweg antreten. Zuerst die vielen Stufen abwärts und dann entlang der Bahngleise zurück nach Hidroeléctrica, von wo aus mich ein Shuttlebus zurück nach Cusco brachte. Und nach dem frühen Aufstehen und all den zurückgelegten Schritten in den Beinen, machte mir das lange Sitzen auf der 7-stündigen Rückfahrt ausnahmsweise mal gar nichts aus. ;-)

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