Das Fischerdorf Huanchaco und mein Freiwilligendienst bei FairMail

Das Fischerdorf Huanchaco liegt ganz in der Nähe der Küstenstadt Trujillo, auf halbem Weg zwischen Lima und der Grenze zu Ecuador. Hier habe ich 2 Monate verbracht, um meinen Freiwilligendienst bei dem kleinen Fairtrade-Unternehmen FairMail zu leisten.

Huanchaco selbst ist klein und fein, überschaubar und recht ruhig, nur an den Wochenenden wird es um die Strandpromenade sehr belebt wenn viele peruanische Touristen aus der Umgebung kommen, um Sonne, Strand und Meer zu genießen.

Das Wahrzeichen von Huanchaco sind die Caballitos de totora, die traditionellen Schilfboote, auf denen die Einheimischen schon seit hunderten von Jahren über die Wellen aufs Meer hinaus paddeln, um Fischernetze auszuwerfen oder einzuholen.
Wenn sie mit ihrem Fang zurückkehren werden die Fische dann direkt zum Verkauf auf den Markt gebracht oder in einem der vielen Restaurants an der Promenade zu Ceviche verarbeitet.

Ceviche ist das wohl bekannteste Gericht Perus. Dafür wird Fisch in kleinen Stücken in reichlich frischem Zitronensaft mariniert und somit quasi "gegart".
In der Gegend um Trujillo werden dazu Süßkartoffel, Kochbanane, knuspriger Mais und drei Soßen (gelbe Paprika, rote Paprika und Olive) serviert. Dieses Gericht habe ich mit meinen beiden peruanischen Kolleginnen gekocht und es war besser als in jedem Restaurant. ;)

Besonders schön ist Huanchaco in der Abenddämmerung zum Sonnenuntergang wenn das letzte Licht des Tages den Himmel in wunderschöne Farben taucht.
Neben den Caballitos de totora ist Huanchaco besonders fürs Wellenreiten bekannt und ich habe in den 2 Monaten keinen einzigen Tag erlebt, an dem dort keine surfbaren Wellen auf den Strand gerollt sind. Ich selbst habe es allerdings nur ein paar mal probiert und musste (mal wieder) feststellen, dass das Surfen ohne Segel wohl nicht mehr zu meiner Lieblingssportart wird.

Die Umgebung von Huanchaco ist sehr karg, was nicht verwunderlich ist, denn es ist eine Wüstenlandschaft. Dort gibt es außer Sand und einigen Hügeln nicht viel zu entdecken.
Eine archäologische Attraktion befindet sich allerdings genau auf halbem Weg zwischen Huanchaco und Trujillo: die weitläufige Hauptstadt des präkolumbianischen Chimú-Reiches Chan Chan. Ganze neun "Stadtteile" werden von bis zu 12 m hohen Mauern umgeben, in deren Innerem sich die Überreste der ehemaligen Gebäude mit Verzierungen in Form von Fischernetzen, Seevögeln, Fischen und anderen Motiven befinden.

So sehr ich das Leben an der Küste mag und so gut ich mich auch alleine beschäftigen kann, wäre ich ohne meine Arbeit bei FairMail wohl nicht unbedingt 2 Monate in Huanchaco geblieben. Aber die Fotografie-Kurse und der Austausch mit den peruanischen Jugendlichen und den beiden holländischen Gründern waren es absolut wert.

Drei mal die Woche haben meine beiden Freiwilligen-Kollegen und ich gemeinsam mit den Jugendlichen versucht, verschiedenste Motive und Kompositionen für den europäischen Postkarten-Markt ins rechte Licht zu rücken. Deren Verkauf ermöglicht es den Jugendlichen, ihre Ausbildung (Schule, Universität) zu finanzieren, die in Peru sehr teuer und für viele von ihnen ohne diese finanziellen Mittel unzugänglich wäre.

Besonders schön war es für mich, den Jugendlichen meine eigene Erfahrung in Sachen Food Fotografie weiterzugeben und zu sehen, was sie mit ihrer Kreativität und Liebe zum Detail daraus machen. In ein paar Monaten werde ich dann hoffentlich das Resultat in deutschen Läden bewundern können. Um herauszufinden, wo ihr die FairMail Postkarten in eurer Nähe kaufen könnt, schaut einfach mal auf der Internetseite von FairMail vorbei oder fragt im nächstgelegenen Fairtrade- oder Weltladen.

Nach getaner Arbeit gibt es bei FairMail ein besonders schönes Ritual: bei einem Jugo (frischer Obstsaft) und kleinem Snack (mal Obst, mal Kuchen, mal Süßkartoffeln) saßen wir in entspannter Atmosphäre zusammen, um über Hausaufgaben, persönliche Ziele und Schwierigkeiten oder einfach ganz banale Dinge zu reden. :)

2 Gedanken zu “Das Fischerdorf Huanchaco und mein Freiwilligendienst bei FairMail

  1. Das liest sich wirklich nett dort! Mach weiter so mit deinem Blog!
    PS: Ich liebe dein Grießbrei-Rezept, gab's letzte Woche fast täglich zum Frühstück :-)

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