Brot. Brotliebe. Brotkultur. Das weltbeste Vollkornbrot

In einer Comedy-Show habe ich mal gehört:

Ein deutscher Urlauber kann sich am paradiesischsten Ort der Welt befinden, der keine Wünsche offen lässt. Aber er wird immer noch etwas zu bemängeln haben: Schön.. aber es gibt hier KEIN GUTES BROT!

Ich mag keine Comedy, aber ich musste lachen. Denn es stimmt. Nicht nur, dass wir generell dazu neigen, uns über Kleinigkeiten zu beschweren, anstatt uns auf das Positive zu fokussieren. Auch das Vermissen des gewohnten Brotes von zu Hause habe ich schon oft genug an mir selbst und anderen beobachtet.
Und als ich erst mal so richtig darauf geachtet habe, ist mir aufgefallen wie wichtig den Deutschen ihr Brot ist. Und wie interessant der Vergleich von Brotkulturen auf der ganzen Welt sein kann: die Franzosen haben ihr Baguette, die Türken ihr Fladenbrot, die Inder ihr Naan, die Schweden ihr Smörrebröd...

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Jedes hat seine eigene traditionelle Zubereitungsweise und ist ein Spiegel der Kultur ihrer Esser. Wir Deutschen lieben unser dunkles Körnerbrot.
Aber leider werden kleine Handwerksbäcker wie man sie vereinzelt noch auf dem Dorf findet immer, immer seltener. Sie mussten Backshop-Ketten, Discount-Aufback-Automaten und Fertigteiglingen weichen. Und leider tut kaum jemand etwas dafür, unser vielleicht traditionsreichstes Lebensmittel zu verteidigen.
Billig und schnell ist anscheinend wichtiger.

ABER: Ich habe für euch ein Brotrezept, das jedes Bäckerbrot in Geschmack, Preis und Aufwand schlägt! Und zwar mit links.
Es ist so umkompliziert, schnell, idiotensicher und vor allem köstlich, dass ihr Backshops und Co. ab sofort nur noch die kalte Schulter zeigen wollt!
Es enthält auch keine Lügen oder Farbstoffe, sondern nur die Zutaten, die ein gutes Vollkornbrot braucht, damit es uns lange schmeckt und sättigt. Dieses Brot ist auch nach 3 Tagen noch saftig und spendet durch Vollkornmehl und Körner viel Energie.

L1050085Das weltbeste Vollkornbrot

500g Dinkelvollkornmehl (oder anderes Vollkornmehl *)
1 Würfel frische Hefe (Trockenhefe geht auch)
150g Körner (z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam)
2 TL Salz
1/2 TL Honig
500 ml lauwarmes Wasser **

// Das Mehl bzw. die Mehlsorten in eine Schüssel geben und ggf. vermischen. Salz, Körner und Honig zugeben und leicht mischen.
// Eine Mulde in das Mehl drücken und die Hefe darüber bröckeln. Etwas warmes Wasser darüber gießen und umrühren, bis die Hefe aufgelöst ist. Dann das restliche Wasser zugeben und ca. 5 Minuten kräftig durchrühren. Der Teig ist recht flüssig, das soll so sein.
// Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig einfüllen. In den kalten Backofen in die Mitte stellen und diesen auf 200° Ober-/Unterhitze aufheizen.***
// Das Brot 15-20 Minuten bei dieser Temperatur anbacken, dann auf 180° runterschalten und ca. 50 Minuten fertigbacken. Ein Holzstäbchen reinstecken, wenn es sauber rauskommt, ist das Brot fertig.
// Das Brot aus der Form nehmen und auf dem Backrost bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen lassen.

∗ Ich mische auch gerne Dinkel und Roggen oder Dinkel-Weizen-Roggen, der Roggenanteil sollte allerdings nicht mehr als 50% sein, da das Brot sonst nicht so gut aufgeht.
** Das Wasser sollte warm/handwarm, aber nicht zu heiß sein. Ab einer Temperatur von 40° sterben die Hefepilze ab und dann geht das Brot nicht auf.
*** Tipp: Wenn ihr eine ofenfeste Form mit Wasser in den unteren Teil des Ofens stellt, bekommt ihr durch den Wasserdampf eine noch tollere Kruste.

Wenn das Brot frisch gebacken ist, esse ich es eigentlich am liebsten pur oder höchstens mit etwas Butter, weil es dann einfach so lecker und knusprig ist, dass ich nicht will, dass irgendwas anderes davon ablenken kann. ;)
Ansonsten passen zu dem kräftigen Brot jede Art von (Gemüse-)Aufstrich, Käse oder auch Leinöl-Quark. Als Beilage zu Eintöpfen wie z.B. meinem Chili sin carne ist es auch super.

IMG_6481Natürlich sind auch einige Varianten möglich.
Wenn ihr es weniger kräftig mögt (z.B. als Frühstücksbrot) empfehle ich nur Leinsamen und Sesam zu verwenden (evtl. auch die Körnermenge auf die Hälfte reduzieren) und nur Dinkel oder eine Dinkel-Weizen-Mischung zu nehmen. Wenn es kräftig sein darf, ist Dinkel-Roggen eine tolle Mischung und ihr könnt auch bis zu 10% durch Hanfmehl oder 20% durch Buchweizenmehl ersetzen. Diese beiden Mehlsorten haben einen sehr kräftigen (und wie ich finde) sehr leckeren Geschmack. Optional können noch 2 EL Obstessig zugegeben werden für die Würze, auch getrocknete Kräuter, Oliven, Nüsse oder getrocknete Tomaten sind möglich.

Es bleibt lange saftig und hält sich einige Tage wunderbar in einer Tüte bzw. im Brotkasten. Zum Einfrieren schneide ich es immer erst in Scheiben, dann kann man es gleich in mehrere "Portionen" teilen.

5 Gedanken zu “Brot. Brotliebe. Brotkultur. Das weltbeste Vollkornbrot

  1. frank

    mein lieblingsbrot !
    ich mag eine belegung mit ziegenfrischkäse,gurkenscheiben und echtem(!)
    gekochten oder rohen schinken ganz besonders !

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  2. Chrissie

    wenn ihr Trockenhefe verwendet, dann beachtet, dass 1 W. frische Hefe 2 Bt. Trockenhefe entspricht

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  3. Sabine

    Das Brot ist wirklich super! Das Rezept ist absolut "idiotensicher" und es kommt ein saftiges und aromatisches Brot dabei heraus. Ich habe wirklich schön zig Rezepte ausprobiert, aber wirkliches keines ist so einfach, schnell, gelingsicher und sehr sehr lecker! Vielen Dank für dieses tolle Rezept, wir essen seit der Entdeckung kein anderes mehr!

    Antwort
      1. Liebe Sabine!
        Hat mich total gefreut, dass dir das Rezept so gut gefällt. Mir geht es genauso, ich finde dieses Brot einfach unschlagbar und durch die Variationen mit Körnern und Getreidesorten wird es auch nie langweilig.
        Danke auch für den Hinweis mit dem 15 Minuten gehen lassen, das werde ich beim nächsten Mal probieren.
        Viel Spaß weiter beim Backen und Genießen!

        Antwort

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